BARBARA EITEL




"der private Raum", 2004

Wandobjekt 'das Bad Wandobjekt 'der Sessel Wandobjekt 'der Tisch Wandobjekt 'die Kammer Wandobjekt 'das Fenster Wandobjekt 'das Atelier Wandobjekt 'die Küche

Ausschnitt aus der Eröffnungsrede in der Galerie Otwarta Pracownia in Krakau/Polen von Frauke Kurbacher, Berlin (. . .)

Unter dem sinnfälligen Titel "privater Raum" finden sich sieben Miniaturen, in denen sich unterschiedliche Raumsituationen kristallisieren. Verschiedene Versatzstücke lassen sich erkennen: eine Küchenszenerie, ein Fenster, eine Badewanne, eine Atelierwand.

Diese kleinen Interieurs mit Pflanzen, Pfannen, Tischen, Stühlen, Leitern, Bildern bilden je einen kleinen eigenen Mundus, eine Welt. Das Auge verliert sich nicht in Details, sondern wird geladen, sich zu verlieren, und dies weniger durch die einzelnen figürlichen Elemente als vielmehr durch den expressiven künstlerischen Umgang mit Proportionen und Perspektiven.

So klein - 40 x 60 cm - die Exponate auch sind, scheinen sie gleichsam ihre Umgrenzungen durch Verlängungen, übertriebene Krümmungen oder Weitungen der Raumkoordinaten sprengen zu wollen. Mobiliar und Utensilien dieser Szenerien, denen eine Krakauer Atelier-Wohnung Pate stand, sind deutlich erzählend. Ihr narratives Potential scheint jedoch erst freigelegt durch den freien, fast spielerischen Umgang Eitels mit dem Raum, Form und dezenter, unpretentiöser Farbgebung. Vor allem das Tisch-Wandobjekt greift diese Elemente in besonderem Maß auf. Die Formen von an der Wand befindlichen Pfannen gewinnen in Kreisen - wie Lichtflecken einer Lampe - eine Art Eigendynamik, die diese Grundform wiederholen, sich aber nun losgelöst, fast befreit über das Objekt verteilen, bis hin zu einem Ring, der lässig über einer Stuhllehne hängt.
In einer anderen Arbeit werden die Deckenbalken in dieser Art künstlerischer übertreibung lustvoll immer weiter gebogen und gekrümmt. War es in der ersten Arbeit vor allem die distanzierte Bewegung des Betrachterblicks selbst, die durch die Arbeit thematisiert schien, ist es bei dieser Arbeit am "privaten Raum" die Eigendynamik der Dinge, in Form einer inneren Explosivität, die das Bewegungsmoment verkörpert. Zeit und Raum fallen in der Narrativität, in der Eigenbewegung der Gegenstände und räumlichen Gegebenheiten zusammen. (. . .)